Forschungsprojekt zu Meeresspiegelschwankung vor 28 Millionen Jahren

Flyer | Rheinhessen vor 28 Mio. Jahren | Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Paläolandschaft
Flyer | Rheinhessen vor 28 Mio. Jahren | Interdisziplinäres Forschungsprojekt zur Paläolandschaft

Flyer zu Projektergebnissen erschienen

2011 startete ein multidisziplinäres Forschungsprojekt über rheinhessische Erdgeschichte. Beteiligt waren neben dem initiierenden Referat Erdgeschichte Mitarbeiter der Landessammlung für Naturkunde Mainz, des Landesamts für Geologie und Bergbau Mainz, des Hessischen Landesamts für Umwelt und Geologie, des Instituts für Geowissenschaften der Universität Mainz, des Instituts für Geowissenschaften der Universität Frankfurt, dem Steinmann-Institut Bonn, dem Museum für Naturkunde Berlin, dem Forschungsinstitut Senckenberg Frankfurt, dem Department für Geo- und Umweltwissenschaften, Paläontologie & Geobiologie der Universität München sowie einem Privatforscher aus Königswinter und Privatsammler aus Alzey, Ginsheim-Gustavsburg und Kiedrich.

Anlass des Projekts waren erste neue Erkenntnisse über eine Meeresspiegelschwankung, die im Rahmen der Aufgaben des Referats Erdgeschichte auf Baustellen und Flurbereinigungen in Rheinhessen gewonnen wurden. Im Zusammenhang mit dem Rückzug des Meeres wanderten Schildkröten, Krokodilen und Säuger nach Rheinhessen ein; das hatte überregionale Bedeutung. Das Projekt sollte den Anlass des Meeresrückzugs vor 28 Millionen Jahren klären. Weiterhin sollen die Lebensräume der damaligen Pflanzen- und Tierwelt, die sich nach dem Rückzug des Meeres in Rheinhessen entwickelten, erforscht werden.

Die Ergebnisse wurden nun vorgelegt. Das Klima war warm-feucht bis gemäßigt. Ein Meeres-Hochstand mit brackisch-marinem Flachwasser führte zu Sturm-beeinflussten Ablagerungen in einer Meeresbucht. Danach folgten mehrere Aussüßungs-Zyklen übereinander. Es ist kein allgemeiner Rückzug des Meeres feststellbar, sondern die Verbindung zur Ur-Nordsee war zeitweilig unterbrochen. Dadurch konnten Bäche und Flüsse aus dem Nahebergland nach Rheinhessen vorrücken. Diese Landschaft ist mit einer heutigen Marsch vergleichbar.In den Süßwasser-Ablagerungen konnten Knochen und Zähne von Schleichen, Schildkröten, Krokodilen, Schlangen, Vögeln, Beuteltieren, Igelartigen, Maulwürfen, Spitzmäusen, Hamster, Fledermäusen, Taschenmäusen, Bilchen und andere Nagern sowie Hirschartigen nachgewiesen werden,die meisten davon Erstnachweise für diese Region. Sümpfe waren mit Schilf und anderen Wasserpflanzen bewachsen.

Für die Öffentlichkeit wurde ein Flyer der Projektergebnisse erstellt, der hier herunter geladen werden kann.



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